DAS PUSCHLAV UND SEINE HUNDERTPROZENTIG NATÜRLICHE LANDWIRTSCHAFT: OLIVENBÄUME AM FUSSE DER GLETSCHER

DAS PUSCHLAV UND SEINE HUNDERTPROZENTIG NATÜRLICHE LANDWIRTSCHAFT: OLIVENBÄUME AM FUSSE DER GLETSCHER

Das italienischsprachige Tal Graubündens steht kurz davor, als Ganzes ein Bio-Zertifikat zu erhalten. Es wertet seine Lokalprodukte mit dem neuen Label “100% Valposchiavo” auf. Mit seinem einzigartigen Land zwischen Gletschern und mediterraner Milde geniesst das Puschlav eine aussergewöhnliche klimatische Diversität und Höhenunterschiede von über 3000 Metern.

Eine Eisenbahnlinie im UNESCO-Welterbe 

Zuerst die Kulisse: das lange Zeit von der Welt abgeschnittene Tal erreicht man mit der legendären Rhätischen Bahn über den Berninapass. Der märchenhafte Reiseweg gilt als eines der alpinen Weltwunder und gehört seit 2008 zum UNESCO-Welterbe. Zwei Stunden, um das italienische Tirano mit St. Moritz oder Chur zu verbinden, zwei Stunden mit haarsträubenden Höhenunterschieden in einer der steilsten Eisenbahnen der Welt ohne Zahnrad und atemberaubenden Ausblicken. So gleitet man langsam an Gletscherlandschaften und Wasserfällen vorbei, sieht den Piz Palü auf 3900 m.ü.M und fährt hinunter bis auf fast 400 m.ü.M an die Grenzen Italiens, wo auf kleinstem Raum Olivenbäume, Feigen, Obstgärten und Weinberge bewirtschaftet werden.

Man fährt über den bekannten Kreisviadukt von Brusio, entlang dem kristallklaren Lago di Poschiavo, der auf 1000 m.ü.M eine irreale Pracht ausstrahlt, und dem gleichbenannten Hauptort des Tales. Dank der klimatischen und geografischen Reichhaltigkeit besitzt das Puschlav ein ausserordentliches Terroir und unglaubliche Produkte, welche Nord und Süd verbinden; dank der Zucht produziert das Puschlav für Alpentäler typische Käse und Milchprodukte sowie Teigwaren und Polentaspezialitäten, die an Italien erinnern, und eine seltene Vielfalt an Gemüse, Früchten, Beeren und Getreide.

Warum 100% Natur?

Die Region will ihr einzigartiges Kulturerbe aufwerten, indem sie auf eine nachhaltige Entwicklung setzt. Die 2012 in die Wege geleiteten Überlegungen haben fast das ganze Tal zur Umstellung auf biologischen Landbau geführt – heute ist man bei ungefähr 95%.

Das Tal ist auf die Landwirtschaft angewiesen (15% seiner Bevölkerung lebt davon, während der Tourismus 8% beschäftigt). Kürzlich hat die Region das Label 100% Valposchiavo geschaffen, um damit heimische Produktions- und Weiterverarbeitungsketten aufzuwerten und zu fördern. Heute tragen über 150 Produkte, 60 Landwirtschaftsbetriebe und 13 Restaurants dieses Label. Eine strenge Charta legt im Detail die gesamten Bedingungen der Produktionskette für das Erlangen des kleinen grünen Logos fest, von Teigwaren über Milchprodukte und Früchte bis zu Pökelware. Falls nicht alle Zutaten eines Produktes aus dem Tal stammen, die Verarbeitung aber vor Ort stattfindet, kann ein blaues Label angewandt werden, das «Fait sü in» oder «im Tal hergestellt» bedeutet.

Daraus resultiert ein breites Angebot, und ein jedes leistet seinen Beitrag zum Gesamtwert des Projekts. Jeder Beteiligte hat das Ziel, kurze Lieferketten einzuhalten und zu fördern, deren einzelne Schritte alle lokal sind: Produktion, Umwandlung, Verarbeitung, Verkauf. Neue Studien haben einen Anstieg der Nachfrage nach lokalen Produkten ergeben; das Projekt 100% bio Valposchiavo will diese Nachfrage decken und gleichzeitig die angebotenen Lebensmittel aufwerten. Um dies zu erreichen, hat die Region von Anfang an auf mehrere Trümpfe zählen können: ein dynamischer und visionärer Landwirtschaftssektor mit einem hohen Anteil an Bio-Suisse-Labeln, ein reiches kulinarisches Erbgut und eine enge Zusammenarbeit mit dem Hotel- und Gastgewerbe.

Seltene Vielfältigkeit

Das Projekt 100% bio Valposchiavo wurde mehrmals ausgezeichnet, so unter anderem mit dem CIPRA Preis 2016 für Nachhaltigkeit im Tourismus, dem MILESTONE des Schweizer Tourismus und dem SVSM Award in der Kategorie “Lokales Projekt” 2017. Die Resonanz bei den Kunden und in der Presse ist enthusiastisch, und die Übernachtungszahlen steigen seit 2015. Die betreffenden Produkte weisen eine grosse Vielfältigkeit auf: Früchte und Beeren, Eier, Kräuter- und Heilpflanzen, Milchprodukte aus mehreren Käsereien, Getreide, Backwaren, Pökel- und Wurstwaren, manuell hergestellte Teigwaren und sogar ein Olivenhain für die Ölproduktion.

Alle Bereiche der Landwirtschaft, der Lebensmittelverarbeitung und der Verpflegung arbeiten eng zusammen, um die Branche nachhaltig, ausschliesslich lokal und mit viel Mehrwert zu gestalten. So steuern sie zur wirtschaftlichen Entwicklung des Tals bei und bringen allen Beteiligten Vorteile, weit über den Tourismus hinaus. Diese in sich abgeschlossene Vorgehensweise schafft Anstellungen, erhält bedrohtes Können und Traditionen, reduziert die Umwelteinflüsse von Transporten und fördert die Biodiversität. Quellen sauberer Energie (Wasserkraft, Sonnenenergie, Biogas) werden bevorzugt und sind sogar mit dem Label 100% Valposchiavo ausgezeichnet.

Erstaunliche Kreativität

Das abgeschiedene Tal war aufgrund seiner geografischen Lage lange Zeit von der Umwelt abgeschnitten: gegen Süden hin ist es offen Richtung Italien und das Veltlin, im Winter aber nur mit der Bahn erreichbar. Erst in den Sechzigerjahren wurden die Passstrassen auch im Winter offen gehalten. «Durch die Isolierung mussten die Bewohner viel Kreativität an den Tag legen. Die Devise lautete schon immer: wenn du eine Zeitung willst, mache selbst eine; wenn du ein Theater oder ein Orchester willst, mache es selbst,» hebt Kaspar Howald hervor, der Tourismusdirektor des Tals.

Die Einwohnerzahl des Tals beträgt heute 4500 Personen und nähert sich damit wieder seinen besten Jahren. Das Tal verfügt über ungefähr 900 Gästebetten, nicht mehr, denn man will nicht den Massentourismus fördern. Mit einem Rekord von 13’000 Übernachtungen im Juli 2020 (im Vorjahr waren es 11’000 gewesen) bleibt der Tourismus nachhaltig und fällt bezüglich der Umweltentscheidungen der Region nicht ins Gewicht.

Die Gourmetseite des Tals kennenlernen 

Eine der Aktivitäten rund um die Ernährung und lokale Spezialitäten ist das jährlich im Mai stattfindende Wildkräuter-Festival. Die Flora des Tals ist besonders reich. In Workshops und auf geführten Spaziergängen kann man lernen, die Pflanzen zu erkennen, sie zu kochen oder Kosmetika damit herzustellen. Mariagrazia Marchesi, eine leidenschaftliche Köchin wilder Pflanzen, bietet ein Pflanzen-Degustationsmenü an.

Im Oktober findet die Sagra della Castagna, ein Volksfest zu Ehren der Kastanien, statt, und im Juli lädt ein Gourmet-Spaziergang zum Entdecken lokaler Spezialitäten ein. Anfangs Dezember kann man an PaneNeve auf einem Spaziergang mit neun Etappenzielen die ganze Palette des winterlichen Puschlaver Angebots degustieren (https://www.valposchiavo.ch/de/veranstaltungen/gastronomie/172-paneneve-adventsschlemmereien-im-puschlav). Von Juli bis September stehen zudem jeden Mittwoch zahlreiche der 150 Produkte mit dem Label 100% Valposchiavo auf dem Marktplatz zum Verkauf: Pökel- und Wurstwaren, Käse, Früchte, Sirupe, Säfte und Konfitüren, traditionelle Brote und Kleinbackwaren, manuell hergestellte Teigwaren, Polenta und heimische Mehle.

Paläste italienischer Architektur 

Eine originelle Facette des Tals ist die erstaunliche Miniaturstadt Poschiavo mit 1700 Einwohnern. Sie ist gespickt von kulturellen Gebäuden, die einen Besuch jederzeit lohnen: Kloster, wovon eines in ein charmantes Gästehaus umgebaut worden ist, eine romanische und eine gotische Kirche, das barocke Oratorium Sant’Anna mit seinem Beinhaus, das früher als Memento mori dienen sollte. Das Quartier der neoklassizistischen Paläste, die vom Palladium beeinflusst worden sind, und seine unglaublichen Gärten sind ein absolutes Muss: die Residenzen wurden von Puschlaver Emigranten erbaut, die ihr Vermögen mit Konditoreiprodukten im Ausland gemacht hatten.

Immer noch ein lebendiges lokales Kunstschaffen 

In Poschiavo steht eine der letzten nichtindustriellen Textilfabriken der Schweiz. Sie produziert Gewebe, Accessoires und Kleider von höchster Qualität aus diversen Rohmaterialien: Baumwolle, Leinen, Hanf, Wolle, Kaschmir und Seide. Und wenn Sie Schmuck mögen, verpassen Sie die Werkstatt «Stone-Art» nicht. Sie liegt im Herzen des historischen Zentrums von Poschiavo.

JUNGE UNTERNEHMER

SIND DIE ZUKUNFT DES TALS

Tiziano et Ivan

Das Projekt 100% Valposchiavo hat einen unglaublichen Elan mit sich gebracht und die Hoffnung, den jungen Generationen eine Zukunft im Tal zu bieten. Zwei Freunde, Tiziano Iseppi und Ivan Rinaldi, begeistern sich für den Olivenanbau. Sie haben 2017 ein etwas verrücktes Projekt lanciert. Nachdem sie sich bei italienischen Olivenbauern ausgebildet hatten, übernahmen sie verwahrloste Grundstücke und pflanzten um die 70 Olivenbäume toskanischer Herkunft an. Mit der Zeit soll es auf 2000 Quadratmeter über 200 Bäume geben, um aus ihren Früchten ein Bio-Olivenöl zu pressen.

Diego et Rosalie

Diego Battilana und seine Ehefrau Rosalie sind Heimkehrer: das junge Paar hat das Familienanwesen Pagnoncini übernommen, nachdem sie Agronomie und er Forstingenieur studiert haben. Auf dem 9 Hektar grossen Anwesen wurde bisher Schafzucht betrieben. Jetzt helfen sie in einer Genossenschaft mit, den Anbau von altem Getreide voranzutreiben. Gleichzeitig halten sie Ziegen und stellen im Kleinbetrieb Käse aus Rohmilch her.

Ivan et Stefania

Ivan Lanfranchi betreibt zusammen mit seiner Frau Stefania ein Gut in Viano, wo sie den Boden traditionell bewirtschaften, aber auch das für Bergregionen typische Braunvieh züchten. Aus der Milch machen sie verschiedene Alpkäsesorten aus Rohmilch und Butter.

Annina

Im Sommer pendelt die Gemüsebäuerin Annina Raselli zwischen der Alp Somdoss und ihrem Hof in Poschiavo hin und her. Auf der Alp kümmert sie sich um sechzig Kühe, im Tal widmet sie sich dem Gemüse. Sie mag Vielfalt: «Ich baue 14 Tomatenarten an». Weitere zwei Dutzend Gemüse ergänzen ihre Produktion, die selbstverständlich komplett biologisch ist. Auf 1000 m.ü.M. ist die Saison kurz. Mit einem Treibhaus will sie nun das ganze Jahr über Tomaten wachsen lassen.

Und alle andern…

Es gibt auch den immer jungen Elmo Zanetti, der nach seinem Agrarwissenschaftsstudium mit seiner Frau Claudia Lazzarini zusammen den Anbau von Gewürzkräutern und die Zucht von Berberpferden begonnen hat (www.al-canton.ch). Und den jungen Bäcker, der das Familienunternehmen übernommen und weiterentwickelt hat. Heute stellt er viele regionale Spezialitäten her, wie Aprikosen-, Feigen-, Äpfel- oder Birnenbrote, Roggenkränze mit Anis, Bünder Nusstorte und mehr. Poschiavo ist auch das Zuhause von zwei handwerklich arbeitenden Bierbrauereien und kleinen Gin- und Grappaproduzenten. Dank ihnen ist die Zukunft des Tals gesichert!

Um meinen Besuch gut vorzubereiten

www.valposchiavo.ch

Copyright photos: Adrian Greiter – Roberto Moiola – Mario Crameri – Filip Zuan – Maurice K Günig – Tina Gerber – Roberto Ganassa – Simone Ronzio

Die Ajoie und der Damassine AOP: ein Souvenir aus dem Orient

Die Ajoie und der Damassine AOP: ein Souvenir aus dem Orient

Ein reicher Nährboden

Die Ajoie liegt im nordwestlichen Teil des Kantons Jura und ist eine Gegend voll von Traditionen und Bodenständigkeit. Sie reicht von der französischen Grenze bis zum Clos du Doubs.

Die weite, fruchtbare Ebene mit ihren abwechslungsreichen Landschaften und reichen kulinarischen Bräuchen wird auch «Obstgarten des Juras» genannt. Hier ist der Damassine-Branntwein AOP zuhause. Aber auch die Saucisse d’Ajoie IGP ist bekannt und wird im November am Sankt-Martins-Fest gewürdigt. Diese althergebrachte Feier ehrt das Ende der landwirtschaftlichen Saisonarbeit. Das traditionelle Essen besteht aus 8 Gängen, die man in den diversen Wirtschaften der Region aber auch entlang von Gourmet-Wegen in diversen Ortschaften geniessen kann. Das Sankt-Martins-Fest wird jeweils am zweiten und dritten Wochenende des Novembers in Pruntrut (Porrentruy) und der ganzen Region gefeiert. Während den Festlichkeiten wird im historischen Zentrum von Pruntrut der Sankt-Martins-Markt abgehalten, wo über 50 lokale Kleinproduzenten ihre jurassischen Produkte anbieten.

Die Region Ajoie ist auch für ihren paläontologischen Reichtum bekannt. An zahlreichen Stätten wird dieses einzigartige Naturerbe zur Schau gestellt. Die Stiftung JURASSICA bietet Aktivitäten und Besuche für Gäste jeden Alters an: freigelegte Abdrücke, die an der Dinotec-Stätte und entlang einem Lehrpfad zu entdecken sind, der Fundort Banné, wo Kinder im Boden graben und Fossilien finden können, das Naturhistorische Museum und der botanische Garten. In der Nähe liegt auch der Préhisto-Parc von Réclère, der die Reptilien der Vergangenheit mit naturgrossen Nachbildungen in Szene setzt. Ein idealer Ausflugsort für Familien.

Früher wohnten die Fürstbischöfe von Basel im Hauptort der Ajoie, der Stadt Pruntrut, die ebenfalls einen Besuch wert ist. Die gepflasterten Strassen und auffallenden Gebäude im Barockstil können einfach zu Fuss auf einer geführten Tour oder auf dem Geheimen Rundweg (Circuit secret®) erkundet werden. Für den Geheimen Rundweg erhalten Sie im Tourismusbüro ein Badge, mit dem Sie die Türen und Tore unvergleichlicher Gebäude aufschliessen können, welche normalerweise für die Öffentlichkeit geschlossen sind. Licht- und Tondarstellungen beleben die Besichtigung.

Nicht weit weg befindet sich Saint-Ursanne, die Perle des Juras. Die mittelalterliche Stadt liegt am Fluss des Doubs und birgt viele Schätze, wie zum Beispiel die Stiftskirche und das dazugehörende Kloster aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Mehrere Kunstgalerien und Antiquare befinden sich in der Stadt, und ein historischer Garten lädt zum Entdecken von früher benutzten Heil- und Gemüsepflanzen ein.

Eine kleine Pflaume von weit weg

Der Damassine-Branntwein AOP ist eine Spezialität des Kantons Jura. Er wird aus der Damaszenerpflaume hergestellt, einer kleinen, wilden Pflaume mit tausend Aromen, welche von den Kreuzrittern aus Damaskus gebracht und zuhause in der Ajoie angebaut worden ist. Im August fallen die reifen Früchte des Damassine-Baums in aufgespannte Netze und werden jeden Tag während vier bis fünf Wochen zusammengelesen. Es braucht über 100 Pflaumen für ein Kilo und ungefähr 900 Früchte, um für das Sankt-Martins-Fest einen Liter Damassine-Branntwein AOP brennen zu können.

Die Herkunft des Damassine AOP verliert sich in der Vergangenheit, aber gemäss einer Legende hätten die Kreuzritter ihn als Beute in ihren Umhängetaschen nach Hause gebracht. Eine andere Legende besagt, es sei der Pfarrer von Charmoille gewesen, der 1145 nach Palästina gereist war. Sicher ist, dass der Name des Branntweins von der syrischen Hauptstadt Damaskus her rührt. Dank dem kalkhaltigen Boden und dem Klima der Ajoie kann die Frucht hier besser als andernorts die Quintessenz ihrer Aromen entfalten.

Im Kanton Jura begegnet man dem Damassine auf verschiedene Arten: Beim Besuch einer Destillerie mit Destillierapparaten aus vergangenen Zeiten, beim Degustieren oder im Schweizer Obst- und Brennereimuseum Ô Vergers d’Ajoie. Interessant ist auch der Lehrpfad «Auf dem Damassiner-Weg» oberhalb des Dorfes Mormont.

Websites und Aktivitäten zu diesem Thema

Weitere nützliche Links

Copyright photos: Guillaume Perret – Reto Duriet

Ein Morgen am Ufer des Genfersees

Ein Morgen am Ufer des Genfersees

Die Sonne beginnt die Luft zu wärmen, und schon füllen die ersten Marktstände die Plätze und Strässchen von Vevey. Der Markt ist weit herum bekannt. Jeden Dienstag- und Samstagmorgen während der warmen Jahreszeit wetteifern die Standbetreiber mit Früchten, Gemüse, Käse, Fleisch und Fisch um die Gunst der Kunden. Es ist schwierig, anderswo ein Ambiente zu finden, das waadtländischer, fröhlicher und gemütlicher ist und das unweigerlich mit einem Apero auf einer schattigen Terrasse in die Länge gezogen wird. Beim Spazieren entlang den Quais trifft man plötzlich auf eine riesige Gabel, die unweit vom Ufer im See steckt… Sie führt zum Alimentarium, dem bekannten und lebendigen Museum zum Thema Ernährung.

Und jeden Samstag von Mitte Juli bis Ende August finden die Folklore-Märkte statt, eine regelrechte Institution in der Gegend, die Sie auf keinen Fall verpassen dürfen.

Das gibt Appetit

Das gibt Appetit

Lassen Sie sich am Mittag vom «Les 3 Sifflets» verwöhnen, einem Restaurant, das seit 1899 von vielen Gourmets besucht wird. Es ist eine echte «Waadtländer Pinte», ein Ort voll Geschichten und menschlicher Wärme, wo das Fondue – der absolute Höhepunkt der Karte – Gegenstand einer unwahrscheinlichen und amüsanten Inszenierung ist, die allein den Umweg wert ist. Wir verraten nicht mehr.

Gewinnen Sie an Höhe

Gewinnen Sie an Höhe

In wenigen Minuten erreichen Sie mit dem Zug das schöne Dorf Chexbres, von wo Sie wie von einem Balkon aus einen grandiosen Blick auf das ganze Lavaux haben. Den alten Steinmauern entlang können Sie gemütlich zum See hinunter schlendern und in Rivaz das Vinorama besuchen, wo Sie die Qual der Wahl haben, aus 300 edlen Weinen wenige zum Degustieren auszulesen.

Im Sommer kann man der Versuchung, sich im klaren See abzukühlen, kaum widerstehen. Neben dem Schloss Glérolles bietet ein kleiner, wenig bekannter Strand Platz für Entspannung und den Abschluss eines reichhaltigen Sommertags.

Die Rückkehr nach Vevey ist am schönsten mit einem Dampfschiff der «Belle Epoque», von wo aus man eine einmalige Sicht auf das Lavaux geniessen kann, dieses Mal vom See her!